Aal droht am Bodensee auszusterben
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22.
Apr
Biologen und Fisch-Experten warnen: Der Euopäische Aal könnte aussterben. Am Bodensee gehen die Bestände stark zurück.
Es ist ein beeindruckender Naturkreislauf: Der Aal wandert Tausende Kilometer weit und kehrt erst nach 15 oder 20 Jahren zurück an den Ausgangspunkt in der Karibik. Doch das Schauspiel wird immer seltener: Der frühere Allerweltsfisch droht auch am Bodensee auszusterben.
„Der Europäische Aal laicht in der Karibik“, berichtet Rainer Berg, Leiter der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg in Langenargen. Die Larven ziehen quer über den Atlantik nach Europa. Teilweise lassen sie sich von der Meeresströmung treiben. Zum natürlichen Kreislauf gehört schließlich der Aufstieg in den Flüssen zu den Binnenseen. In ihnen leben die Tiere bis zu 20 Jahre lang, um dann wieder zurück in die Karibik zu ziehen. Dort laichen sie – und der Zyklus beginnt von neuem. Doch dazu kommt es vielfach gar nicht mehr. Rainer Berg: „Die Bestände brechen dramatisch ein.“ Es seien noch drei bis vier Prozent der Erträge in den 70er Jahren.
Es werden nur noch große Aale gefangen, weil schlichtweg der Nachwuchs fehlt. Die Gründe sind sehr komplex. Rainer Berg nennt den Verbau der Flüsse durch Kraftwerke und der weltweite Handel mit den Jungtieren, die Glasaale heißen. Schadstoffe in den Flüssen könnten zum Rückgang der Fruchtbarkeit führen, vermuten Forscher. Ein großer Teil der Glasaale wird zudem direkt in den Küstenländern verzehrt, wo sie als Spezialität gelten.
Wegen des komplexen Lebens hat es bislang nicht geklappt, den begehrten Speisefisch in Brutanstalten zu züchten. Doch Rainer Berg hat eben aus Japan gehört, erstmals sei es im Labor gelungen, den Zyklus zu schließen. Nun komme es ganz darauf an, wie groß der Aufwand für die Aalzucht ist.
Quelle: südkurier.de
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Tags: Aal, Aalzucht, Allerweltsfisch, Bodensee, Glasaale








